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Beitrag im Forum Allgemeines Forum


Datum: 16.10.09 15:17
Autor: Gast
Subject: Prof. Karl Hecht verfälscht Zitate
Was soll man von einem Editorial zu einer mobilfunkkritischen Beitragssammlung halten, in dem zwar von dem Bedürfnis nach "Wahrheit" die Rede ist, gleichzeitig jedoch vom Verfasser gefälschte Zitate auftauchen?
Editorial: http://www.umg-verlag.de/umwelt-medizin-gesellschaft/309_edi.pdf

Darin scheint Prof. Karl Hecht zu zitieren, in Wirklichkeit aber fälscht er:
"Der Gesamtorganismus wird schon im Strahlungsfeld von starken Kurzwellensendern durch die freie Hertzsche Welle deutlich beeinflusst. Das empfinden alle Personen, die längere Zeit hindurch an solchen Sendern ohne genügende Schutzmittel haben arbeiten müssen. Es treten Erscheinungen auf, wie wir sie bei Neurasthenikern zu sehen gewohnt sind: starke Mattigkeit am Tage, dafür in der Nacht unruhiger Schlaf, zunächst ein eigenartig ziehendes Gefühl in der Stirn und Kopfhaut, dann Kopfschmerzen, die sich immer mehr steigern, bis zu Unerträglichkeit, dazu Neigung zu depressiver Stimmung und Aufgeregtheit, Schnupfen, Atemnot, Bronchitis.“

Denn das Original lautet wie folgt:
"Der Gesamtorganismus wird schon im Strahlungsfeld von starken Kurzwellensendern durch die freie Hertzsche Welle deutlich beeinflusst. Das empfinden alle Personen, die längere Zeit hindurch an solchen Sendern ohne genügende Schutzmittel haben arbeiten müssen. Es treten Erscheinungen auf, wie wir sie bei Neurasthenikern zu sehen gewohnt sind: starke Mattigkeit am 'Tag, dafür in der Nacht unruhiger Schlaf, zunächst ein eigenartig ziehendes Gefühl in der Stirn und Kopfhaut, dann Kopfschmerzen, die sich immer mehr steigern, bis zur Unerträglichkeit. Dazu Neigung zu depressiver Stimmung und Aufgeregtheit. Auch hierauf hat nach unseren Erfahrungen die Wellenlänge einen deutlichen Einfluss"

Prof. Hecht hat die Passage " Schnupfen, Atemnot, Bronchitis" einfach hinzu erfunden! Das ist somit eine Fälschung!
Weshalb, wird klar, wenn man seinen übernächsten Satz anschaut:
„Durch die Beeinflussung des Zentralnervensystems ist also offenbar die Abwehrkraft gegen derartige Erkrankungen herabgesetzt worden.“

Dieses Zitat taucht im Original áber erst fünf Seiten später in einem völlig anderen Zusammenhang auf, zuvor stand nämlich:
"Mein Mitarbeiter STRASSBURGER hat Tieren Pyrifer eingespritzt, das regelmäßig nach 1-2 Stunden einen starken Temperaturanstieg hervorruft, aber nach der Kurzwellenbehandlung bei vielen in dieser
Weise behandelten Tieren nicht mehr wirkt. Dabei sehen wir Tiere, bei denen die Reaktionsfähigkeit auf Pyrifer auch nach Wochen noch erloschen ist, und andere, wo sie nach einer gewissen Zeit wieder
auftritt. Der Zweck dieser Untersuchungen ist der, über die Funktion der zentralen Wärmeregulation neue Aufschlüsse zu erhalten.
......
Ein eigenartiger Befund sind bei diesen Tieren die Erscheinungen, die an einen Schnupfen erinnern, und die während und kurz nach der Besendung auftreten."

Lesen und staunen Sie selbst, wie selbstverständlich Prof Hecht den Originaltext von Schliephake zurechtfrisiert und verfälscht. Um unverfroren Effekte zu erfinden, die der Originalautor nicht beschrieben hat. Ganz abgesehen von seiner unverständlichen Interpretation, es hätte sich bei den Beobachtungen von Schliephake um athermische Wirkungen gehandelt. Hier ist das gesamte Original:
http://www.buergerwelle.de/pdf/arbeitsergebnisse_auf_dem_kurzwellengebiet.pdf

Was soll man also von einem solchen Editorial und seinem Urheber halten? Und was bewegt den Herausgeber (u. A. Prof. Frentzel-Beyme), es auch noch zu drucken? Hält man die Leser für dumm und ist damit bereits das Maß der Faktentreue auch der anderen Beiträge charakterisiert?
Verbirgt sich dahinter ein pervertiertes Sendungsbewusstsein als Rechtfertigung für ein derart unseröses Verhalten? Was ist das für eine seltsame Doppelmoral, die "Wahrheit" fordert, ihr aber keinen Wert beimisst, solange sie nicht den eigenen Vorstellungen entspricht?
Wenn schon ehemalige "Experten" wie Prof. Hecht glauben, derartige Methoden zu ihrer mobilfunkkritischen "Argumentation" verwenden zu m,üssen, wie erbärmlich tief muss das Niveau und die Glaubwürdigkeit der Mobilfunkkritik gesunken sein.


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