|
|
|
h.e.s.e. project - Diskussionsforen
| Datum: | 30.12.09 15:45 |
| Autor: | Mob.Kritiker |
| Subject: | Dialog zwischen Dr. Mutter und Ralf Dieter Wölfle |
|
Nachfolgender Dialog wurde über Verteiler versendet.
Betreff: ITN- Elektrosmog - Interview Dr. Mutter: SZ Handy
________________________________________
Sehr geehrter Herr Ralf Dieter Wölfle,
Besten Dank für Ihr Schreiben vom 21.12.2009 in Sachen Handystrahlung. Es ist verständlich,
dass Sie mobilfunkkritische Berichte herabwerten und zu dem Schluss kommen müssen, dass es bislang keine begründeten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen
Mobilfunkstrahlung und Allgemeinerkrankungen existieren , nachdem die Politik diese Meinung im Gleichklang mit Ihren
finanzkräftigen Arbeitgebern, die allerdings zur wissenschaftlichen Aufklärung möglicher Mobilfunkschäden am allerwenigsten beigetragen
haben, vertreten hat.
Sie nehmen auch weiterhin die Fülle der seit Jahren publizierten alten und neuen Literatur zur möglichen Schädlichkeit von
Mobilfunk nicht zur Kenntnis oder stellen deren Qualität in Frage, während Publikationen, welche eine Unschädlichkeit
von Mobilfunk beweisen sollen, unkritisch übernommen werden.
Wenn für Sie bzw. die Mobilfunkindustrie und die Politik bislang keine (!) Hinweise für die Schädlichkeit von Mobilfunk existieren,
dann frage ich mich natürlich, warum u.a. die Europäische Umweltagentur mehrfach, die österreichsche Ärztekammer mehrfach, die russische Strahlenschutzkommission
und eine internationale Gruppe von Wissenschaftler und Ärzten, sowie mehrere Ärzteappelle vor den möglichen Gefahren der Handystrahlung
warnen, eine Grenzwertabsenkung fordern oder sogar Handys zumindest für Kinder ganz verbieten wollen.
Unangemesssen, um nicht zu sagen völlig unangebracht, finde ich Ihre Aussage in Ihrem Email an Herrn Rudolf, dass ich mit meiner mobilfunkkritischen Haltung
verantwortungslos sei, und meinen Status als Arzt missbrauchen würde. Wie Sie aus meinem ausführlichen Text entnehmen können, habe ich die Studie von Prof. Hardell
nicht unter die WHO-Studie subsummiert. Meine Antworten wurden für den Artikel in der SZ stark verkürzt wiedergegeben und ich hatte den Text vor Drucklegung nicht
korrigieren können.
Wer von uns verantwortungslos handelt oder Schaden der Bevölkerung zufügt, werden in Zukunft andere entscheiden müssen.
Jedenfalls wird die Frage, ob hochfrequenter Funk nun schädlich für Lebewesen ist, oder nicht, offensichtlich mittlerweile unter Wissenschaftlern gar nicht mehr ernsthaft diskutiert, sondern
es wird schon nach Lösungsmöglichkeiten und Therapieoptionen gesucht, um die Funk-bedingten zellschädigenden Wirkungen
abzuschwächen:
Int J Radiat Biol. 2009 Aug;85(8):680-9.
Modulator effects of L-carnitine and selenium on wireless devices (2.45 GHz)-induced oxidative stress and electroencephalography records in brain of rat.
Naziroðlu M, Gümral N.
Department of Biophysics, Süleyman Demirel University, Isparta, Turkey. mnaziroglu@med.sdu.edu.tr
PURPOSE: Electromagnetic radiation (EMR) from wireless devices may affect biological systems by increasing free radicals. The present study was designed to determine the effects of 2.45 GHz EMR on the brain antioxidant redox system and electroencephalography (EEG) records in rat. The possible protective effects of selenium and L-carnitine were also tested and compared to untreated controls. MATERIALS AND METHODS: Thirty rats were equally divided into five different groups, namely Group A(1): Cage control, Group A(2): Sham control, group B: 2.45 GHz EMR, group C: 2.45 GHz EMR + selenium, group D: 2.45 GHz EMR + L-carnitine. Groups B, C and D were exposed to 2.45 GHz EMR during 60 min/day for 28 days. End of the experiments, EEG records and the brain cortex samples were taken. RESULTS: The cortex brain vitamin A (p < 0.05), vitamin C (p < 0.01) and vitamin E (p < 0.05) concentrations values were lower in group B than in group A1 and A2 although their concentrations were increased by selenium and L-carnitine supplementation. Lipid peroxidation, levels were lower in group C (p < 0.05) and D (p < 0.01) than in group B where as reduced glutathione levels were higher in group C (p < 0.05) than in group A1, A2 and B. However, B-carotene levels did not change in the five groups. CONCLUSIONS: L-carnitine and selenium seem to have protective effects on the 2.45 GHz-induced decrease of the vitamins by supporting antioxidant redox system. L-carnitine on the vitamin concentrations seems to more protective affect than in selenium.
Im Anhang finden Sie auch zwei Zusammenfassungen von Prof. Hecht, die dieser z.T. im Auftrag von Regierungorganisationen erstellt hatte, zum Thema Grenzwertdiskusion und den Bericht der Unfallversichung Österreich zum Thema athermische Wirkung von Mobilfunk. Diese kennen Sie sicherlich. Weiterhin die belgische Rattenstudie und einen Übersichtsartikel in der Zeitschrift "Sicherheitsbeauftragter 4/2009".
Da Sie über Medizin keinerlei Expertise zu haben noch über einen angemesenen Erfahrungsschatz bezüglich Ursachen, Diagnose und Therapie
von Krankheiten aufweisen, möchte ich Sie bitten, in Zukunft nicht, wie viele Ihrer Meinungskollegen, Betroffene zu psychiatrisieren.
Zum Abschluss unserer Diskussion, und hiermit beende ich sie, zumindest solange Interessenskonflikte bestehen, zitiere ich Upton Sinclair:
"Es ist schwierig einen Wissenschaftler dazu zu bringen, etwas zu verstehen, wenn sein Einkommen davon abhängt, es nicht zu verstehen"
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Joachim Mutter
mehr Studien fordern klar, dass Sie Lesen Sie aufmerksam mein erste Antwort an Sie. Im Übrigen
Ralf Dieter Wölfle schrieb:
Sehr geehrter Herr Dr. Mutter,
offen gesagt überrascht mich Ihre Antwort, oder besser die Tatsache dass
Sie
überhaupt geantwortet haben. Denn Dialog ist nicht unbedingt das, was man
von den meisten öffentlich auftretenden Mobilfunkkritikern kennt bzw.
was ich bisher erlebt habe. Also zunächst einmal Danke dafür.
Doch langweilen wir nicht die anderen Leser mit Grundsatzdiskussionen
und kommen gleich zu der Veranlassung meines ersten kurzen Schreibens an Sie,
also das was ich als Irreführung oder Unwahrheit bezeichne:
1. Sie behaupten in dem Interview:
"Dies zeigen jetzt auch die neusten Ergebnisse der bisher größten und
aufwendigsten Studie der Geschichte zu diesem Thema (WHO Studie)oder
andere Studien: Junge Erwachsene, welche in ihrer Kindheit oder Jugend mit dem
Handy telefonierten, haben ein 5,2 fach erhöhtes Risiko an einem
bösartigen Hirnkrebs zu erkranken, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, welche nie mit dem Handy telefonierte."
Zeigen Sie mir bitte eine Originalquelle der WHO, welche diese Aussage
in der behaupteten Form unterstützt. Ist es nicht vielmehr so, dass die
angeführte 5,2-fache Erhöhung alleine eine Interpretation von L.
Hardell ist, basierend auf seinen eigenen drei Fall-Kontrollstudien, deren
jüngste Daten aus dem Jahr 2003 stammen und dass für diesen Faktor gerade einmal
15 Fälle mit 14 Kontrollen verglichen wurden?
Ihre Verallgemeinerung und Erweiterung auf die WHO ist also eine Irreführung.
2. Sie behaupten in dem Interview:
"Brisant an der ganzen Sache ist ja auch, dass die Gesundheitsrisiken
durch Mobilfunk nicht versicherbar sind. Die Versicherungskonzerne schätzen
das Gesundheitsrisko des Mobilfunks zu hoch ein."
Zeigen Sie mir bitte eine Originalquelle aus der Versicherungswirtschaft,
die diese Aussagen so bestätigt. Ist es in Wirklichkeit nicht so, dass
die Versicherungswirtschaft das gesundheitliche Risiko durch
elektromagnetische Felder (nicht nur des Mobilfunks!) als derzeit nicht beurteilbar bezeichnet
und aufgrund der weiten Verbreitung im Falle einer tatsächlichen
Schädigung vielmehr das finanzielle Risiko als (zu) hoch einschätzt?
Ihre Aussage verfälscht diese Bewertung in gravierender Weise und wird
damit zu einer Unwahrheit.
3. Sie behaupten in dem Interview:
"Die internationalen Grenzwerte, welche an einer wassergefüllten Puppe
mit 30 minütiger Einstrahlung festgelegt wurden, schützen uns nur vor der
Hitzewirkung dieser Strahlung."
Zeigen Sie mir bitte eine Passage z. B. aus den Empfehlungen der ICNIRP,
welche diese Aussage in dieser Form unterstützt. Ist es nicht vielmehr so,
dass die Festlegung in völlig anderer Weise entstand und lediglich die
Einhaltung der Grenzwerte an sogenannten Phantomen nachgemessen wird?
Ihre Aussage verfälscht also die Definition der Grenzwerte grundlegend.
Dies waren drei Beispiele, Ihr Text enthält darüber hinaus eine Fülle
weiterer unzulässiger Verallgemeinerungen, Auslassungen und Verfälschungen.
Wie etwa zu den Studien über die Bluthirnschranke, zu den Föten im
Mutterleib, der Reflex-Studie, dem Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramm
oder den Salzburger Vorsorgewerten.
Natürlich dürfen Sie gerne versuchen, mit Zitaten aus mobilfunkkritischen
Veröffentlichungen oder anderen fachfernen Publikationen Ihre Aussagen
zu stützen oder zu rechtfertigen. Spätestens wenn Sie jedoch nach Primärquellen
und der Vollständigkeit derselben gefragt werden, und das werde ich im
Fall der Fälle, dürfte sich Ihr Argumentationsvorrat sehr schnell erschöpfen,
wie bei den meisten Mobilfunkkritikern. Einige davon finde ich in Ihrem so
großzügig erweiterten Verteiler.
Vielleicht werden Sie auch anführen, dass gegenüber Laien Sachverhalte
vereinfacht dargestellt werden müssen. Das mag schon stimmen, doch weshalb
beinhalten dann diese Verallgemeinerungen immer auch Irreführungen der
oben genannten Art; Verallgemeinerungen die lediglich dazu geeignet sind,
Angst zu machen?
Kennen Sie etwa nicht die krankheitsauslösende Wirkung von
Angst?
Ich achte grundsätzlich das Bemühen nach Gesundheitsschutz oder Vorsorge,
daran ändert auch meine Beschäftigung in der Mobilfunkindustrie nichts.
Denn auch dort sind Menschen mit Familie und keine Maschinen tätig. Sobald
jedoch derart nachhaltig die Fakten selektiert und verfälscht werden wie in
vielen mobilfunkkritischen Darstellungen inklusive den Ihrigen, wird diese
Anerkennung der Motivation durch eine Ablehnung bzw. Verachtung der
dafür verwendeten Methoden abgelöst und resultiert manchmal eben in Schreiben
wie dem an Sie.
Die äußere Form ist dabei nur ein Ausdruck der Wertschätzung dieser
Methoden sowie der dahinter stehenden Urheber. Gerade Ärzte sollten sich ihrer
Verantwortung bewusst sein und das Vertrauen der Menschen nicht durch
Effekthascherei auf Kosten der Faktentreue missbrauchen. Dass dieser
teilweise gravierende Verlust an Faktentreue auf biologischem oder
medizinischem Gebiet sogar durch einen Elektroingenieur wie mich erkannt
und nachweisbar begründet werden kann, unterstreicht dabei nur dessen
erschreckende und für einen Mediziner letztendlich auch unwürdige Dimension.
Mit freundlichen Grüßen
Ralf Dieter Wölfle
Sehr geehrte Herr Wölfle,
Sie arbeiten für die Telekomunikationsindustrie (Fehler! Hyperlink-Referenz ungültig.)
und sind Betreiber der Internetseite: http://www.elektrosmoginfo.de/.
Das dürfen Sie natürlich, ich habe selbst vor meinem Medizinstudium als
Elektroniker (Energiegeräteelektroniker) in einem Kraftwerk, sowie in
der Pharma und Messgeräteherstellung mit Erfolg gearbeitet.
Aber als Elektro-Ingenieur, der Sie sind (siehe unten Auszug aus Ihrer
Homepage), haben Sie keinerlei Kenntnisse von Ursachen, Diagnose und
Therapie von Krankheiten, noch über biologische Wirkungen der EMF
Felder.
Es gab einmal Zigarettenverkäufer, welche Ihren Kunden für Jahrezhnte
die Unbedenklichkeit von Rauchen weismachen wollten, und gerade die
deutsche Regierung effizient bis heute fest im Griff haben (siehe
Anhang: Deutsches Ärzteblatt). Dabei sind weltweit leider Millionen
Menschen, krank geworden und verstorben. Die in dem Artikel beschrieben
Methoden der Indutrie, um ihr gesundheitsschädliches Produkt zu
verbreiten und Schadensprozesse zu vermeiden, sind Ihnen vielleicht nicht
unbekannt.
Da Ihre Arbeitgeber über die Medien und Regierungsstellen immer
behaupten, es gäbe keinen Beweis für die Schädlichkeit von Mobilfunk, habe ich
Ihnen dazu einen wissenschaftlichen Artikel der renomierten Zeitschrift
"Britical
Medical Journal" beigelegt. Zitat des eremitierten Direktors des
chemischen Institutes der Universität Kentucky, Prof. Boyd
Haley: "The absence of proof is not the proof af absence"
Da Sie in einer eigenen Homepage über Elektrosmog "aufklären" und selbst
bei der Telekommunikationsindustrie tätig sind, legt Ihr Brief an mich viel
von Ihren Interesenkonflikten, offen. Insofern halte ich Ihren Brief an
mich, gelinde ausgedrückt, für publikationswürdig.
MFG
J.Mutter
http://ralf-woelfle.de/rdw.htm
"Nach meinem Studium der Elektrotechnik (Fachrichtung
Hochfrequenztechnik) an der Technischen Universität in Karlsruhe begann
ich 1985 bei einem internationalen Telekommunikations-Konzern in Stuttgart
als Entwicklungsingenieur zu arbeiten.
In unserem Bereich beschäftigen wir uns mit der Entwicklung von
Basisstationen für Mobilfunk, wobei ich nach einem Beginn mit
Funkfeldmessungen die ersten Jahre auf dem Gebiet der Sendertechnik tätig war.
Heute bin ich im wesentlichen zuständig für Qualitätsaspekte sowie für
die Verfolgung und Verbesserung der Umwelteigenschaften unserer Produkte.
Dies umfasst auch das Thema Elektromagnetische Felder, welches in letzter
Zeit unter dem Reizwort "Elektrosmog" zunehmend öffentlich und kontrovers
diskutiert wird"
Mail vom 20.12.2009:
Sehr geehrte Herr Wölfle,
Zu Ihren in ausgesprochen netter Form gestellten Fragen zu meinem
Interview in der SZ am 11.12.2009:
Erstens verbreite ich keine Unwahrheiten, wie Sie sich selbst in
einschlägigen wisenschaftlichen Zeitschriften selbst erkundigen können.
Zweitens: Treibt mich gar nichts dazu, allerding wurde ich von der SZ
angefragt und habe nach besten Wissen und Gewissen, im Gegensatz zu den
meisten "Pro Mobilfunk Experten", geantwortet. Und ich habe Medizin
studiert, um Menschen zu helfen, und nicht, um sie zu schädigen, wenn
Sie das meinen.
Drittens: Haben tausende Therapeuten weltweit und ich unzählige
Patienten, welche durch die von Ihnen wohl verharmloste Funkstrahlung krank, z.T. schwer krank geworden sind.
dabei ist es die Pflicht eines Arztes, die Bevölkerung darüber auszuklären.
Viertens: Ist Mobilfunk sehr "umstritten". Ich kenne allerdings kein
einziges, meist über Jahrzehnte "umstrittenes" umweltmedizinisches Thema
der Vergangenheit (z.B. Asbest, Blei, Dioxin, DDT, Contergan, Amalgam,
quecksilberhaltiges Zahnungspulver, Radar, Radioaktivität, Benzol,
Tabakrauch, welches sich im Nachinein als Harmlos herausgestellt hätte.
Bei Mobilfunk erleben wir genau das gleiche Muster, wie bei
vorgenannten Themen. Bevor Sie mir meine weitere Zeit stehlen, sollten Sie bitteschön die Schrift des Umweltbundesamtes Berlin:
"Späte Lehren aus frühen Warnungen" lesen
Fünftes: Bin ich nicht der einzige, der Mobilfunk kritisch bewertet. Da
aber die Massenmedien auch durch die Funkindustrie kontrolliert wird, war die
SZ eine Ausnahme, und das hat Ihnen offensichtlich nicht gepasst.
Sechstes: Sollten Sie sich mal überlegen, wie Ihr Umgangston auf andere wirkt.
Siebtens: Habe ich eine Vielzahl von Studien, welche noch schlimmere
Ergebnisse zeigen, als das in der SZ angegebene
MfG
J.Mutter
>
>
> Ralf Dieter Wölfle <mail@xxx.de>
schrieb am Donnerstag, 17.
> Dezember 2009 um 17:41 Uhr +0100:
>
>> Sehr geehrter Herr Dr. Mutter,
>> per Zufall und sicher nicht auf dem direkten Weg habe ich
diese Mail >>
bekommen und möchte Sie nun doch kurz etwas fragen:
>> Was treibt Sie eigentlich dazu, an so vielen Stellen alleine in diesem Interview die Unwahrheit zu sagen
oder die Leser durch Auslassungen und Umformulierungen irrezuführen?
>> Ich finde es schon erstaunlich,
mit welcher Selbstverständlichkeit Sie das
>> Vertrauen in Ihre Funktion als Arzt missbrauchen, um einen Ihrer Ansicht
>> nach guten Zweck zu unterstützen.
>> Gruß
>> Ralf Dieter Wölfle
|
|
|