Übersetzte Leseproben III
Es gibt nur eine einzige Studie, die objektive Informationen liefert - ohne zu fragen, wie / was die Probanden während der Exposition fühlen. In dieser Studie wurden Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf die menschliche Haut auf molekularer Ebene (6) untersucht. Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass es möglich ist, dass Handy-Strahlung die Expression [Biosynthese] einiger Proteine in der menschlichen Haut ändert.
Diese einzige vorliegende Studie zeigt offensichtliche Beschränkungen wie Vorteile. Die wichtigste Beschränkung ist, dass aufgrund eines Finanz-Mangels nur eine Pilotstudie mit 10 Probanden ausgeführt werden konnte. Der offensichtliche Vorteil dieser Studie ist es, dass in ihr der Proteomics-Ansatz verwendet wird - die gleichzeitige Kontrolle der Expression von hunderten von Proteinen. Auf diesem Wege hat sich gezeigt, dass Handy-Strahlung die Physiologie des menschlichen Gewebes in vivo beeinflussen könnte.
Es ist sicher, dass solche Studien an menschlichen Freiwilligen mit den Methoden der Proteomik, Transkriptomik und andere biochemische Analysen, dringend erforderlich sind, um nachzuweisen, ob menschliche Körper (Gewebe, Organe) auf die Strahlung der Mobiltelefone reagieren oder nicht. Solche Studien werden Informationen darüber liefern, welche Proteine und Gene auf die Handy-Strahlung reagieren oder nicht. Mit diesen Informationen wird es möglich sein, neue, wissensbasierte Hypothesen für Studien zum Gesundheitsrisiko beim Menschen aufzu-stellen (2,19).
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[Auswirkungen von Handystrahlung auf Kinder] (S. 7)
Die Auswirkungen von Handystrahlung auf Kinder und Empfehlungen der umsichtigen Verwendung von Mobiltelefonen durch Kinder sind eines der heißesten Themen in der Diskussion über die Sicherheit von Mobiltelefonen (7,8,9,20). Laut ICNIRP und WHO-EMF-Projekt, schützen die gegenwärtigen Sicherheitsgrenzen Kinder: "... lt. der Stellungnahme der ICNIRP gibt es weder einen Bedarf noch irgendeine Rechtfertigung für ein spezielles Konzept für den Schutz von Kindern oder anderen besonderen Gruppen der Bevölkerung."(21) Allerdings scheint die wissenschaftliche Grundlage dieses Sicherheits-Statements unzureichend zu sein. Es gibt keine veröffentlichten Stu-dien, wo die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die Entwicklung oder die Gesundheit von Kindern untersucht worden wäre, wie die Suche in der spezialisierten EMF-Portal-Datenbank (www.emf-portal.de) enthüllt.[Stand: Sept. 2009] Die wissenschaftliche Grundlage für solche Statements stammt von Studien an neugebo-renen oder jungen Tieren. Diese Daten, die bei niedriger Handy-Strahlungs-Dosis auf kleine Mäusen oder Ratten erhalten wurden, reichen nicht aus, um zuverlässig zu versichern, dass menschliche Kinder nicht betroffen sein werden.
[Reichweite gültiger Sicherheits-Standards] (S. 8)
Die gegenwärtig verwendeten Sicherheits-Standards können sehr gut die Mehrheit der Handy-Nutzer schützen. Allerdings gibt es wahrscheinlich eine Subpopulation von Menschen mit unterschiedlicher Empfindlichkeit auf Handy-Strahlung (nicht zu verwechseln mit der Selbst-Diagnose sog. „Elektromagnetischer Hyper-Sensibilität“ - EHS). Es ist bekannt, dass aufgrund der genetischen Variabilität Menschen, die gleichen Reizen ausgesetzt sind (durch Medikamente, Strahlung, Chemikalien, Allergene, Umwelteinflüsse) unterschiedlich reagieren können (22). Mit Hilfe der Proteomik und Transkriptomik könnte es möglich sein(19) herauszufinden, wie empfindlich Subpopulationen reagieren und welche Einzelheiten dafür maßgeblich sind.
Allerdings fehlen bis jetzt solche Studien und meines Wissens laufen auch keine derartigen Studien oder sind geplant oder wären Fördergelder dafür vergeben.
[Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierstudien] (S. 9)
Es ist bekannt, dass Menschen und Tiere viele gemeinsame Gene besitzen. Die Funktionen der Gene könnten aber differieren und einige derselben Krebsarten in Mensch und Tier infolgedessen unterschiedlich reguliert werden. Dies hat zur Folge, dass einige der Krebsarten, die sich bei Tieren entwickeln können, nicht beim Menschen erscheinen und umgekehrt (23). Deswegen scheinen die toxikologischen Studien bei Tieren nur begrenzt auf die Nutzung für Sicherheitsstandards verwendbar, weil sie keine im engeren Sinne auf den Menschen bezogene „Toxikologie“ darstellen.
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- Wissenschaftskritisches von D. Leszczynski - Vincent, 30.12.2010, 16:51
- Übersetzte Leseproben II - Vincent, 02.01.2011, 22:57
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