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Zum Selbstplagiat (Seite 23)

Wuff, Donnerstag, 24. Mai 2012, 13:30 (vor 367 Tagen) @ Wuff

  • Regel 2: Signifkant wenn p > .05 “

    Biologie und Medizin sind bei Weitem nicht so exakte Wissenschaften wie es beispielsweise die Newtonsche Physik im Bereich des Hebelgesetzes mit ihren simplen Formeln mit der Hebellänge ist. Es sind die geschlechtliche Vermehrung mit „Austausch von DNA“ sowie epigenetische Vorgänge, die dafür verantwortlich sind, dass die Individuen trotz Zugehörigkeit zur gleichen Art und Rasse auf äussere Reize unterschiedlich reagieren. Aus diesem Grund ist in Biologie und Medizin die Statistik so wichtig, um festzustellen zu können, wie die Individuen im Durchschnitt und unabhängig vom Zufall reagieren.
    (Die zurzeit laufende Werbung einer Krankenkasse, die behauptet „Wir interessieren uns nicht für den Durchschnitt“ ist eine raffinierte Täuschung des nicht aktuarisch vorbelasteten Publikums, denn Versicherung, die ihren Namen verdient, basiert immer auf dem Gesetz der grossen Zahlen und damit auf Durchschnittswerten.)

    Beim medizinischen Phänomen der athermischen Wirkungen von EMF sind die Einflussgrössen vielfältig und heterogen, die Individuen reagieren unterschiedlich, und die Symptome sind schwach ausgeprägt, unspezifisch und subjektiv. Diese Gegebenheiten beeinflussen natürlich die EMF-Forschung:
    • Sie stellen hohe Anforderungen an das Design von Experimenten und an die statistische Handhabung der Ergebnisse.

    • Sie ermöglichen das Erzeugen gewĂĽnschter positiver Resultate. Dazu gibt es das alte Bonmot eines Finanzwissenschaftlers, wonach man Daten nur so lange durch den Computer quälen lassen mĂĽsse, bis sie das GewĂĽnschte gestehen. Das wäre zufallsgesteuertes Filtern von Zusammenhängen aus einem diffusen Rauschen, was nicht guter wissenschaftlicher Praxis entspricht.

    • Sie ermöglichen das bewusste Nichtfinden von Zusammenhängen.

    Im wissenschaftlichen und praktischen Umgang mit dem Zufall wurde in Medizin und Biologie die Grenze für die Signifikanz bei p=0.05 bzw. 5 Prozent Irrtumswahrscheinlichkeit festgelegt. Dieser Wert ist keine Naturkonstante, sondern wurde irgendwann willkürlich festgelegt, und er wird seither gewohnheitsmässig beachtet. Die Konvention unter Wissenschaftlern, dass als existent nur beachtet wird, was signifikant ist, dient der Vereinfachung des Lebens, wie auch der Laiengebrauch, welcher hohe Signifikanz mit einem Wahrheitsbeweis gleichgesetzt.

    Die diffusen Gegebenheiten um die athermischen Wirkungen von EMF bewirken im Zusammenspiel mit dem meist geringen Umfang der Experimente und Befragungen interessante Sondereffekte zur Signifikanz:
    • Bei kleinen Studien erreichen nur sehr starke EMF-Effekte die Signifikanzmarke.

    • Beil kleinen Studien gibt es relativ häufige reine Zufallsergebnisse, die nach einer Wiederholung rufen, und die dann meist kein weiteres Mal eintreten – nämlich weil sie schon beim ersten Mal rein zufällig waren.

    • Bei kleinen Studien treten häufiger zufällige positive Effekte auf, welche die Studie ĂĽberhaupt erst publikationswĂĽrdig machen – eine ergebnislose Studie ist fĂĽr die publizierenden wissenschaftlichen Journale so interessant, wie es die Meldung „heute in der Nachbarstadt keine Unfälle“ fĂĽr die Zeitung ist.

    • Die berĂĽchtigten Mikrowellenwahrnehmungs experimente ( http://www.hese-project.org/Forum/medizin/index.php?id=76 ) wurden mit weiteren Fragen und Messungen garniert, weil sie sonst nicht publiziert worden wären. (Ăśber alle Mikrowellenwahrnehmungs experimente hinweg entspricht das dem angefĂĽhrten Quälen der Daten durch den Computer.) Dabei wurde der Umfang der Studien jeweils so dosiert, dass die Statistikprogramme mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine oder gar zwei Signifikanzangaben um die 5 Prozent herum auswarfen. -

    • Häufige signifikante positive Effekte, noch so zufällige, sind der Motor des Perpetuum mobiles der EMF-Forschungsfinanzierung, denn diese rufen alsogleich nach Replikationen bzw. nach Falsifikationsversuchen durch Nachfolgestudien.
    Diese Effekte aus dem Zusammenspiel von Zufall, Studiengrösse und biologischen Gegebenheiten können vom gewieften Wissenschaftsplaner für viele Spielchen genutzt werden, um je nach Bedarf dieselben Dinge entweder zu finden oder nicht zu finden. Sie werden auch tatsächlich so genutzt, zum Beispiel bei der Begleitstudie zum Projekt der AefU ( http://forum.gigaherz.ch/viewtopic.php?t=36090 ), die fand, was zu finden vom industriellen Sponsor erwartet wurde, nämlich (a) keine physischen EMF-Effekte, jedoch (b) psychische Schädigungen, nämlich Depressionen, zu denen aber mit dem Vorwand von (a) eine andere Ursache als EMF behauptet wurde. Aber solches muss nicht sein, wie wir gleich sehen werden.

(wird fortgesetzt)

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