Wissenschaftskritisches von D. Leszczynski
”Gesundheitliche Effekte der Mobilfunk-Nutzung”
(“The Health Effects of Cell Phone Use”)
Hinweis auf ein in englischer Sprache gehaltenes kritisches Statement ĂĽber aktuelle wissenschaftsmethodische und -bewertende Fragen aus dem Feld biologischer und Gesundheitseffekte infolge der Mobilfunk-Befeldung
von
Dariusz Leszczynski, PhD, DSc, Research Professor
(Stand: Sept. 2009 / ca.15 Seiten)
Inhalt
• Brief biographical sketch
• My research in the field of biological effects of mobile phone radiation
• RELIABILITY OF THE SCIENTIFIC EVIDENCE
o Epidemiological evidence
o Non-epidemiological human studies
o Animal studies
o Laboratory in vitro studies
o Mechanisms: thermal vs. non-thermal effects of mobile phone radiation
o Negative vs. positive studies and the “weight of evidence” issue
o Conclusions on the reliability of scientific evidence
• Advisories for mobile phone users in Finland
• The future research needs
• List of references
Link:
http://www.mapcruzin.com/cell-phone-hearing/leszczynski-oral-statement.pdf
Leseproben von zwei (ĂĽbersetzten) Textausschnitten:
1. Negative versus positive Studien …..[S. 12]
[Negative Studie: eine Studie, die keine biologischen Effekte durch EMF-Befeldung nachweist.]
Es ist nicht nur meine persönliche Meinung, dass negative Studien als solche ohne viel Überprüfung akzeptiert zu werden scheinen, während positive Studien in jedem Detail überprüft werden, um so zu bestimmen, warum das Resultat positiv ist. Folglich werden positive und negative Studien nicht gleichbehandelt, selbst wenn auch die negativen Studien fehlerhafte Resultate oder Fehlinterpretationen enthalten. Darüber hinaus wird nur von den positiven Studien gefordert, dass sie „repliziert“ [von einer anderen Forschergruppe wiederholt] werden, bevor sie als wissenschaftlich evident [einleuchtend, offenbar, gültig] akzeptiert werden.
Dieses Replikationserfordernis ist natürlich eine korrekte Ziel-Forderung, sie sollte aber in demselben Maß von den Negativstudien gefordert werden. Die Negativstudien sollten erst dann als ausschlaggebender Beweis angesehen werden, wenn „kein Effekt“ auch das Replikationsergebnis ist. Ein Irrtum im Studiendesign, in der Durchführung, der Datenauswertung oder –interpretation könnte sowohl zu einem positiven wie negativen Resultat führen.
Außerdem: Viele der positiven Studien werden nicht zu wiederholen versucht; negative Studien werden selbstverständlich überhaupt nicht repliziert.
Wird eine positive Studie doch zu replizieren versucht, so weist das Protokoll der Replikation so viel Modifikationen zur Qualitätsverbesserung aus, dass das Ergebnis einer solchen „Replikations“-Studie schwierig, wenn überhaupt mit der Originalarbeit zu vergleichen ist. ….
Gewöhnlich bleiben solche Fragen unbeantwortet. Trotzdem wird als Endresultat festgestellt:
Summarisch gilt: die Originalarbeit konnte nicht repliziert werden, was gleichbedeutend mit „fehlender Evidenz“ ist!
……………..
2. Mechanismen: thermale versus nichtthermale Effekte der Mobilfunkstrahlung [S. 11/12]
…………………..
Es sind sog. „temperaturmessende“ Moleküle [temperature-sensing molec.] in den Zellmembranen ausgemacht worden. Wenn sie durch Temperaturveränderungen aktiviert werden, senden die Moleküle Stress-Signale aus, die die Zellkerne erreichen und eine Genexpression bewirken können [Biosynthese eines spezifischen Genproduktes wie RNA oder Proteine, die einer Genregulation unterliegen], wodurch sich die Zellphysiologie verändert. Jedoch wissen wir noch nicht, ob die Aktivierung der Zellstress-Reaktion, die in einigen Studien beobachtet wurde, durch Aktivierung „temperaturmessender“ Moleküle auf der Basis von Mobilfunkstrahlung oder durch ein anderes Ereignis verursacht worden ist.
Meiner Meinung nach ist es möglich zu erwarten, dass die Mobilfunkstrahlung [im zugelassenen Bereich]die Zellen durch eine Kombination von thermalen und nichtthermalen Mechanismen (deren Existenz vorausgesetzt) ausgelöst wird. Thermale Effekte, hervorgerufen durch Mobilfunkstrahlung, sollten nicht automatisch als unbedeutend im Kontext einer Gesundheitsrisiko-Bewertung betrachtet werden, denn ihr Vorkommen und ihre Kinetik sind verschieden von den harmlosen physiologischen Körpererwärmungen [warmes Bad, Sauna und dergl.]. Unglücklicherweise erlaubt die zur Zeit verfügbare Technologie noch nicht die Temperatur oder Funkstrahlungs-Verteilung auf der subzellulären Ebene zu messen. Auf der makroskopischen Ebene von Verbänden von tausenden Zellen, in denen heute Messungen möglich sind, waren solche subzellulären „Erwärmungsspitzen“ („hot-spots“) noch nicht nachweisbar. ….

