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 Studien

Beeinflussung des EEG durch Hochfrequenzfelder

Beeinflussung des EEG durch Hochfrequenzfelder

 

 

 

 

Beurteilung in einigen Literaturstudien

 

 

        Deutsche Strahlenschutzkommission 2001:

„Es kann zusammengefasst werden, dass die bisherigen Studien nicht im Ergebnis übereinstimmen, aber dennoch Hinweise auf expositionsbedingte Änderungen neurophysiologischer Prozesse geben“ (Seite 32)

 

        BUWAL-Berichte 2003 und 2004:

„Es wird weiterhin als wahrscheinlich erachtet, dass die Exposition gegenüber einem Mobiltelefon die Hirnströme verändert. Am konsistentesten wurde eine Amplitudenerhöhung im Alpha-Band der Hirnströme beobachtet. Dies konnte allerdings in einer neuen Replikationsstudie nicht mehr nachgewiesen werden. Keine neuen Erkenntnisse liegen bezüglich Schlafphasen vor. In mehreren Studien waren die Schlafphasen bei Exposition gegenüber einem Mobiltelefon verändert. Die Effekte traten bei so tiefen Strahlungsintensitäten auf, dass sie nicht mit dem konventionellen thermischen Wirkungsmodell erklärbar sind.“ (2004, Seite 7)

 

        Im Rahmen des Projekts „Untersuchungen an Probanden unter Exposition mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern von Mobiltelefonen“ des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms haben Prof. Danker-Hopfe und Dr. Dorn im Januar 2004 eine Literaturstudie vorgelegt, in der die Beurteilungen verschiedener Übersichtsstudien zusammengefasst, die Methodik zur Messung des EEG erklärt und Originalstudien aufgeführt wurden.

 

        Mobilfunk und Gesundheit 2000 – 2005 Teil I (ECOLOG-Institut):

„Nach Einschätzung der Mehrzahl der Gutachtergremien gibt es deutliche Hinweise auf Beeinflussungen von Gehirnfunktionen auch deutlich unterhalb der den Grenzwerten zugrunde liegenden Schwellen für gesundheitsschädliche thermische Wirkungen. Eine gesundheitliche Relevanz der beobachteten Effekte wird jedoch vielfach verneint. Diese, auch von der deutschen SSK vertretene, Auffassung ist allerdings kaum nachzuvollziehen, da in etlichen Experimenten u.a. eine veränderte Schlafarchitektur (REM-Phasen, Tiefschlafphasen) und Beeinträchtigungen kognitiver Funktionen festgestellt wurden.“ (Seite 11)

 

 

 

Bemerkungen

 

 

        Da beim EEG schwächste Potenzialschwankungen gemessen werden, stellt sich die Frage, in wie weit technische Artefakte durch die Anwesenheit externer elektromagnetischer Felder auftreten könnten. Insbesondere bei Tierversuchen mit implantierten Elektroden ist zu beachten, dass die Energieabsorption (SAR) eines Hochfrequenzfeldes in Anwesenheit von Metallelektroden bis zu 50-fach erhöht sein kann. Daher sollten Glas- oder Karbonelektroden verwendet werden. Bei gepulsten Feldern besteht bei nicht ausreichender Abschirmung der Messgeräte die Gefahr der Demodulation. Mögliche Probleme durch niederfrequente Felder und Gegenmaßnahmen werden in dem Artikel „Technische EMV-Probleme bei EEG-Untersuchungen unter zusätzlicher elektromagnetischer Feldexposition“ (FGF-Newsletter 3/01) von Achim Enders angesprochen.

In einigen Studien wurde das EEG erst nach der Befeldung gemessen. Dann entsteht dieses Problem gar nicht erst.

 

        Es soll hier zwar primär um Hochfrequenzfelder gehen, wenn aber ein Mobiltelefon als Strahlungsquelle verwendet wird, erzeugen die Batterieströme auch ein niederfrequentes Feld (Jokela et al. 2004). Dieses alleine könnte schon einen Einfluss auf das EEG haben (Wieser und Dobson, Final Report, Cook et al. 2004).

 

        Marino et al. vermuten, dass widersprüchliche Ergebnisse zu einer Beeinflussung des EEG durch Hochfrequenzfelder durch die Analyse eines zumindest teilweise nicht-linearen Systems (EEG) durch lineare Methoden (die meist übliche Spektralanalyse) bedingt sind. Unter Verwendung nicht-linearer Analyse-Methoden fanden Lebedeva („globale Korrelationsdimension“), Marino et al. („recurrence quantification analysis“) und Bachmann et al. („analysis of the length distribution of low-variability periods“) einen Effekt. Bachmann et al. führten zum Vergleich die Spektralanalyse durch und fanden so keine signifikante Veränderung.

 

        Im Folgenden sind ausschließlich Artikel aufgeführt, die in wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer-Review-Verfahren publiziert wurden. Daher sind einige Studien, die z.B. in der Literaturstudie von Danker-Hopfe und Dorn genannt werden, hier nicht zu finden.

 

 

 

Tier- und in vitro-Versuche

 

 

        Bursting responses of Lymnea neurons to microwave radiation

Kurz: Schrittmacherneuronen der Spitzschlammschnecke (Lymnea stagnalis) wurden bis zu 10 min lang ungepulsten oder mit 0.5 bis 110 Hz gepulsten 900 MHz-Feldern (SARs zwischen 0.5 und 15 W/kg) ausgesetzt. Die gepulste Strahlung führte zu häufiger auftretenden Entladungssalven, nicht jedoch die ungepulste. Der Schwellenwert des Effekts lag nahe bei 0.5 W/kg.

Bolshakov MA, Alekseev SI, Bioelectromagnetics. 1992;13(2):119-29.

Abstract bei PubMed

 

        Effekte schwacher niederfrequent modulierter elektromagnetischer Felder auf das EEG symmetrischer Hirnareale der Ratte

Kurz: Acht Ratten wurden einem intermittierenden, mit 4 Hz gepulsten 945 MHz-Feld (mittlere Leistungsdichte 0.1-0.2 mW/cm², Pulsbreite 20 ms, 1 min ein/1 min aus) 10 Minuten lang ausgesetzt. In den ersten 20 s der 1-minütigen Expositionsblöcke zeigte sich eine Zunahme der links-recht-Asymmetrie im EEG der Tiere.

Vorobyov, Galchenko, Kukushkin, Akoev, Bioelectromagnetics. 1997;18(4):293-8

Abstract bei PubMed

 

        Effekte schwacher Hochfrequenzfelder auf die elektrische Aktivität in Scheiben des Ratten-Hippocampus

Kurz: Die Hirnscheiben wurden mit einem unmodulierten 700 MHz-Feld bei Feldstärken zwischen 25.2 und 71.0 V/m (maximale SAR 1.6-4.4 mW/kg) 5-15 min lang bestrahlt, ihre Aktivität wurde über mit NaCl-Lösung gefüllte Glaselektroden gemessen. Dabei wurden die Scheiben alle 10-30 Sekunden elektrisch über eine Metallelektrode, in einigen Experimenten pharmakologisch mit 4-Aminopyridin stimuliert. Das Feld verursachte sowohl Steigerungen als auch Hemmungen der Aktivität. Artefakte werden als unwahrscheinlich beurteilt, da der Effekt auch bei den Experimenten mit pharmakologischer Stimulation – also in Abwesenheit einer Metallelektrode – aufgetreten ist.

Nachfolgende Grafiken stammen aus dem Artikel, mit freundlicher Genehmigung von Elsevier:

 

Aktivität von 12 Scheiben bei elektrischer Stimulation, für 5 min gegenüber 71 V/m exponiert (der schwarze Balken markiert die Expositionsphase)

 

Aktivität einer Hippocampus-Scheibe bei pharmakologischer Stimulation (durchgezogene Linie, linke Achse), exponiert gegenüber einem 700 MHz-Feld mit größer werdender Feldstärke, je 5 min bei einer Intensität (gestrichelte Linie, rechte Achse). Exposition gegenüber Feldern größer als 25 V/m bewirkte eine Erhöhung der „population spike“-Amplitude, während Felder größer als 50 V/m eine reversible Verminderung der Amplitude verursachten.

 

Tattersall, Scott, Wood, Nettell, Bevir, Wang, Somasiri, Chen, Brain Res. 2001 Jun 15;904(1):43-53.

Abstract bei PubMed

 

        Reaktionen einzelner Nervenzellen auf ein amplitudenmoduliertes Mikrowellenfeld

Kurz: Ein mobilfunkähnliches Feld (900 MHz, 217 Hz gepulst, 0.1 mW/cm², SAR 0.05 W/kg) bewirkte bei 91 der 133 getesteten Nervenzellen von betäubten Zebrafinken entweder eine Steigerung (Faktor 3.5) oder eine Verringerung (Faktor 0.4) der spontanen Aktivität.
Drei der auf das modulierte Feld reagierenden Zellen zeigten auf ein unmoduliertes Feld keine Reaktion; eine von vier Zellen, die nicht auf das modulierte Feld bei 0.1 mW/cm² reagierten, zeigte eine Reaktion auf ein stärkeres Feld.

 

Diese Grafik aus dem Artikel zeigt den zeitlichen Aktivitätsverlauf für zwei ausgewählte Nervenzellen, der Balken deutet die 10-minütige Expositionsphase an.

 

Anmerkung: Im Artikel wird eine bisher unveröffentlichte Arbeit von Thuroczy et al. (BEMS Abstract Book 2001, Seite 117) diskutiert, in der bei Nervenzellen von Ratten ebenfalls – allerdings bei größerer SAR, 1.32 W/kg – sowohl Steigerungen als auch Verminderungen der Aktivität festgestellt wurden.

 

Finanzierung: Deutsche Telekom; Geneseo Foundation

 

Beason, Semm, Neurosci Lett. 2002 Nov 29;333(3):175-8.

Abstract bei PubMed

 

        Nichtlineare Veränderungen der Gehirnaktivität durch Mobilfunkstrahlung

Kurz: Die Bestrahlung durch ein Mobiltelefon (800 MHz-Band, TDMA; 2 s an / 5 s aus) führte bei 9 von 10 Kaninchen zu einer signifikanten Verminderung der errechneten nichtlinearen Parameter „Determinism“ bzw. „Recurrence“.

Marino, Nilsen, Frilot, Bioelectromagnetics. 2003 Jul;24(5):339-46.

Abstract bei PubMed

 

        Pulse activity of populations of cortical neurons under microwave exposure of different intensity

Kurz: Unbetäubte Kaninchen wurden eine Minute lang 800 MHz-Strahlung (37,5 cm Wellenlänge) mit Intensitäten von 0.2 – 0.3, 0.4, 0.5 oder 40 mW/cm² ausgesetzt. Dabei wurde die Aktivität kortikaler Nervenzellen-Populationen in der Minute vor, während und nach der Bestrahlung über vorimplantierte Glaselektroden gemessen, insgesamt wurden 256 dreiminütige Aufzeichnungen erhalten. In Abhängigkeit von der Intensität der Strahlung wurden Veränderungen der „inter spike intervals“ und der „burst activity“ beobachtet.

Chizhenkova RA, Bioelectrochemistry. 2004 Jun;63(1-2):343-6.

Abstract bei PubMed

Tagungsbeitrag Rhodos 2002

 

 

 

Versuche am Menschen

 

 

Spontanes Wach-EEG

 

        Niederfrequent gepulste elektromagnetische Felder beeinflussen das menschliche EEG

Kurz: Unter Exposition (150 MHz, 217 Hz Pulsung, Puls-Leistungsflussdichte in 6 cm Tiefe <10-2 W/cm²) kam es zu einer Erhöhung der Energie im Alpha-Band.

Anmerkung: Die Forschungsgemeinschaft Funk hat die Firma CETECOM beauftragt, diese Ergebnisse zu überprüfen. Die (wissenschaftlich nicht publizierten) Ergebnisse sind in der Edition Wissenschaft 9/1996 nachzulesen.

von Klitzing, Physica Medica 1995; XI(2):77-80.

Abstract bei WHO-Datenbank

 

        Der Einfluss elektromagnetischer Felder auf die menschliche Gehirnaktivität

Kurz: Die Strahlung eines Therapiegeräts (150 kHz, 9.6 Hz gepulst) erhöhte die EEG-Leistung in den Frequenzbändern Alpha2, Beta1 and Beta2. Ein Handy (900 MHz, 217 Hz gepulst) hatte mit etwa 15 Minuten Verzögerung denselben Effekt.

Reiser, Dimpfel, Schober, Eur J Med Res. 1995 Oct 16;1(1):27-32.

Abstract bei PubMed

(unterstützt durch die Deutsche Telekom)

 

       Keine Kurzzeit-Effekte eines Mobiltelefons auf das menschliche Wach-EEG

Kurz: Eine Bestrahlung der Dauer von 3.5 min mit einem 900-MHz-GSM-Handy (0.05 mW/cm²) hatte keinen Effekt auf das EEG der 34 Versuchspersonen.

Anmerkung: „Nach Ansicht von Neitzke lässt die graphische Darstellung aber einen Effekt wahrscheinlich erscheinen, der nur wegen der von Röschke und Mann benutzten Analysemethode nicht nachzuweisen ist.“ (Risikobewertung im wissenschaftlichen Dialog, 2002, S. 45)

Röschke, Mann, Bioelectromagnetics. 1997;18(2):172-6.

Abstract bei PubMed

(unterstützt durch die Deutsche Telekom)

 

       Die menschliche Gehirnaktivität während der Exposition gegenüber Hochfrequenzfeldern von Mobiltelefonen

Kurz: Lediglich bei einem von insgesamt 5 getesteten Mobiltelefonen war während der 20-minütigen Exposition die absolute, nicht jedoch die relative Energie im Delta-Band der 19 Probanden signifikant erhöht. Dies wird als statistischer Zufallsbefund gewertet.

Hietanen, Kovala, Hamalainen, Scand J Work Environ Health. 2000 Apr;26(2):87-92.

Abstract bei PubMed

 

        Effekte des elektromagnetischen Feldes eines Mobiltelefons auf die bioelektrische Aktivität des menschlichen Gehirns

Kurz: Die 15-minütige Bestrahlung (0.06 mW/cm²) durch ein Mobiltelefon erhöhte den berechneten Parameter „globale Korrelationsdimension“ signifikant.

Lebedeva, Sulimov, Sulimova, Kotrovskaya, Gailus, Crit Rev Biomed Eng. 2000;28(1-2):323-37.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag

 

       Das elektromagnetische Feld von Mobiltelefonen beeinflusst visuelle ereigniskorrelierte Potenziale bei Patienten mit Narkolepsie

Kurz: Auf das Spontan-EEG wurde aber kein Effekt des Feldes gefunden (siehe auch EP, ERP und ERS/EDS).

Jech, Sonka, Ruzicka, Nebuzelsky, Bohm, Juklickova, Nevsimalova, Bioelectromagnetics. 2001 Oct;22(7):519-28.

Abstract bei PubMed

 

        Akute Exposition durch ein Mobiltelefon beeinflusst die neuronale Funktion beim Menschen

Kurz: Das Mobiltelefon (geschätzte Sendeleistung 3-4 mW) senkte die EEG-Aktivität im 1-4 Hz-Band und erhöhte die Aktivität im 8-12 Hz-Band in Abhängigkeit von der Expositionszeit (siehe auch EP, ERP und ERS/EDS).

Croft, Chandler, Burgess, Barry, Williams, Clarke, Clin Neurophysiol. 2002 Oct;113(10):1623-32.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag

 

        Effekte hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf das menschliche EEG

Kurz: Gemäß dieser Studie treten unter Einfluss von Handystrahlung im Gehirn periodisch im Abstand von 15 – 20 Sekunden langsame EEG-Wellen auf. Bei Kindern war dieser Effekt ausgeprägter als bei Erwachsenen.

Kramarenko, Tan, Int J Neurosci. 2003 Jul;113(7):1007-19.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag

 

        Menschliche Hirnstrom-Aktivität während der Exposition gegenüber der Hochfrequenzstrahlung von Mobiltelefonen

Kurz: Das bei voller Leistung (250 mW) strahlende GSM-Mobiltelefon beeinflusste das EEG der zehn Versuchspersonen im Alpha- und Beta-Band.

D'Costa, Trueman, Tang, Abdel-rahman, Abdel-rahman, Ong, Cosic, Australas Phys Eng Sci Med. 2003 Dec;26(4):162-7.

Abstract bei PubMed

 

        Änderungen im menschlichen EEG durch Stimulierung mit modulierten Mikrowellen

Kurz: Ein 450-MHz-Feld mit 7 Hz-Puls-Modulation (0.16 mW/cm², intermittierende Bestrahlung mit 10 ein-minütigen Expositionsblöcken) hatte im Gruppenmittel keinen statistisch signifikanten Einfluss auf das EEG, bei einzelnen Versuchsperson gab es aber „klare Tendenzen“.

Anmerkungen: Es wird in dem Artikel leider nicht ganz klar, ob diese „Tendenzen“ nicht nur Zufallsresultate waren.

Hinrikus, Parts, Lass, Tuulik, Bioelectromagnetics. 2004 Sep;25(6):431-40.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag

 

        Non-linear analysis of the electroencephalogram for detecting effects of low-level electromagnetic fields

Kurz: 23 Versuchspersonen wurden einem 450 MHz-Feld (wie bei Hinrikus et al. 2004) ausgesetzt, das EEG wurde einerseits mit herkömmlicher Spektralanalyse, andererseits mit einer neuen Analyse-Methode ausgewertet. Mit der Spektralanalyse wurde bei lediglich einer Person ein signifikanter Einfluss festgestellt, mit der neuen Methode bei sechs. Das Feld erhöhte die EEG-Variabilität.

Bachmann J, Kalda M, Lass J, Tuulik V, Sakki M, Hinrikus H, Med Biol Eng Comput. 2005 Jan;43(1):142-9.

Abstract bei PubMed

 

 

Evozierte Potenziale (EP), ereigniskorrelierte Potenziale (ERP) und ereigniskorrelierte Desynchronisation / Synchronisation (ERD/ERS)

 

        Effekte durch Mikrowellenstrahlung von Mobiltelefonen auf langsame Hirnwellen des Menschen

Kurz: Die Exposition ging von einem GSM-Mobiltelefon aus und resultierte in einer SAR von 0.882 W/kg bei Mittelung über 10 g bzw. 1.42 W/kg bei Mittelung über 1 g. In einem komplexen visuellen Test (Stoppen eines sich drehenden Zeigers in 12-Uhr-Position) beeinflusste das Feld das Bereitschaftspotenzial, nicht aber in einem einfachen Test (30-maliges Drücken einer Taste). Das Testergebnis wurde nicht beeinflusst.

Freude, Ullsperger, Eggert, Ruppe, Bioelectromagnetics. 1998;19(6):384-7.

Abstract bei PubMed

 

        Mobiltelefone modulieren die Antwortmuster der menschlichen Gehirnaktivität

Kurz: Die durch akustische Stimuli induzierte, aber nicht die evozierte Gehirnaktivität wurde durch die gepulste Strahlung beeinflusst.

Eulitz, Ullsperger, Freude, Elbert, Neuroreport. 1998 Oct 5;9(14):3229-32.

Abstract bei PubMed

 

       Beeinflusst die akute Exposition gegenüber dem elektromagnetischen Feld eines Mobiltelefons visuell evozierte Potenziale? Eine Pilot-Studie

Kurz: Die 5-minütige Exposition durch ein GSM-Mobiltelefon hatte keinen Einfluss auf die visuell evozierten Potenziale.

Urban, Lukas, Roth, Cent Eur J Public Health. 1998 Nov;6(4):288-90.

Abstract bei PubMed

 

        Mikrowellenstrahlung von Mobiltelefonen beeinflusst langsame Hirnwellen des Menschen

Kurz: Die Ergebnisse der Studie von 1998 wurden in einem zweiten Experiment repliziert. Zusätzlich zum komplexen visuellen Test und dem einfachen Finger-Test wurde ein dritter Test durchgeführt, bei dem eine Veränderung nur an den vordersten Elektroden beobachtet wurde. Dieses Ergebnis müsse auf Replizierbarkeit geprüft werden.

Freude, Ullsperger, Eggert, Ruppe, Eur J Appl Physiol. 2000 Jan;81(1-2):18-27.

Abstract bei PubMed

 

        Effekte elektromagnetischer Felder von Mobiltelefonen auf das Elektroenzephalogramm während einer visuellen Gedächtnisaufgabe

Kurz: Das 902 MHz-Feld hatte Einflüsse auf die ERD/ERS im 8 Hz-Bereich.

Krause, Sillanmaki, Koivisto, Haggqvist, Saarela, Revonsuo, Laine, Hamalainen, Int J Radiat Biol. 2000 Dec;76(12):1659-67.

Abstract bei PubMed

 

        Das elektromagnetische Feld von Mobiltelefonen beeinflusst visuelle ereigniskorrelierte Potenziale bei Patienten mit Narkolepsie

Kurz: Eine 45-minütige Exposition durch ein 900 MHz-Mobiltelefon (0.06 W/kg) hatte Auswirkungen auf visuelle ERP und verkürzte die Reaktionszeit um 20 ms (siehe auch spontanes Wach-EEG).

Jech, Sonka, Ruzicka, Nebuzelsky, Bohm, Juklickova, Nevsimalova, Bioelectromagnetics. 2001 Oct;22(7):519-28.

Abstract bei PubMed

 

        Akute Exposition durch ein Mobiltelefon beeinflusst die neuronale Funktion beim Menschen

Kurz: Bei Exposition gab es Einflüsse auf die akustisch evozierten Potenziale (siehe auch spontanes Wach-EEG).

Croft, Chandler, Burgess, Barry, Williams, Clarke, Clin Neurophysiol. 2002 Oct;113(10):1623-32.

Abstract bei PubMed

 

        Untersuchung der Effekte elektromagnetischer Felder von GSM-Mobiltelefonen auf ereigniskorrelierte Signale und die Leistung während einer akustischen Aufgabe beim Menschen

Kurz: Das Feld (0.87 W/kg) beeinflusste die ereigniskorrelierten Signale und erhöhte die Reaktionszeit, hatte aber keinen Einfluss auf die Genauigkeit.

Hamblin, Wood, Croft, Stough, Clin Neurophysiol. 2004 Jan;115(1):171-8.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag

 

       Effekte elektromagnetischer Felder von Mobiltelefonen auf das EEG während einer akustischen Gedächtnisaufgabe: eine doppel-blinde Replikationsstudie

Kurz: Die Ergebnisse der Studie von 2000 konnten nicht repliziert werden.

Krause, Haarala, Sillanmaki, Koivisto, Alanko, Revonsuo, Laine, Hamalainen, Bioelectromagnetics. 2004 Jan;25(1):33-40.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag

 

 

Schlaf-EEG

 

        Untersuchung der menschlichen Hirnströme während des Schlafs unter Einfluss elektromagnetischer Felder von Mobiltelefonen

Kurz: Die Befeldung durch ein GSM-Handy während des 8-stündigen Schlafs erhöhte die EEG-Energie im Alpha-Band und beeinflusste die nichtlineare Dynamik des EEG.

Lebedeva, Sulimov, Sulimova, Korotkovskaya, Gailus, Crit Rev Biomed Eng. 2001;29(1):125-33.

Abstract bei PubMed

 

Studien der Universität Mainz:

 

        Effekte gepulster Hochfrequenzfelder auf den menschlichen Schlaf

Kurz: Bei Exposition (0.5 W/m²) wurde neben einer verkürzter Einschlafdauer und einer Verkürzung der REM-Phasen eine erhöhte Leistungsdichte im EEG des REM-Schlafs gefunden.

Mann, Röschke, Neuropsychobiology. 1996;33(1):41-7.

Abstract bei PubMed

(unterstützt durch die Deutsche Telekom)

 

       Der menschliche Schlaf unter dem Einfluss gepulster Hochfrequenzfelder: Eine polysomnographische Studie unter standartisierten Bedingungen

Kurz: Ähnlich wie in der ersten Studie wurde bei Bestrahlung (0.2 W/m²) eine Verkürzung der Einschlafdauer und der REM-Phasen festgestellt, beide Ergebnisse erreichten jedoch keine statistische Signifikanz. Im Gegensatz zur ersten Studie konnte kein EEG-Effekt nachgewiesen werden.

Wagner, Röschke, Mann, Hiller, Frank, Bioelectromagnetics. 1998;19(3):199-202.

Abstract bei PubMed

(unterstützt durch die Deutsche Telekom)

 

       Das menschliche Schlaf-EEG unter dem Einfluss gepulster Hochfrequenzfelder. Ergebnisse von Polysomnographien bei submaximal hohen Leistungsflussdichten

Kurz: Bei GSM-Befeldung mit einer Leistungsflussdichte von 50 W/m² konnte weder ein Effekt auf konventionelle Schlafparameter noch auf das Schlaf-EEG festgestellt werden.

Wagner, Roschke, Mann, Fell, Hiller, Frank, Grozinger, Neuropsychobiology. 2000;42(4):207-12.

Abstract bei PubMed

(unterstützt durch die Deutsche Telekom)

 

Studien der Universität Zürich:

Präsentation auf der FGF/COST281-Tagung in Immenstadt 2003: „Effect of RF EMF of type GSM on sleep and the sleep EEG“

 

        Ein gepulstes Hochfrequenzfeld beeinflusst den menschlichen Schlaf und das Schlaf-Elektroenzephalogramm

Kurz: Bei nächtlicher intermittierender (15 min ein / 15 min aus) Bestrahlung mit einem digitalen 900 MHz-mobilfunkähnlichen Signal (87.5 % Duty Cycle, 1 W/kg) waren die Wachphasen nach Schlafbeginn reduziert und die Spektralenergie des EEG während des NREM-Schlafs erhöht.

 

EEG-Leistungsspektrum des nonREM-Schlafs in der exponierten Nacht, ausgedrückt als Verhältnis zur entsprechenden scheinexponierten Nacht. Die schwarzen Balken markieren die Frequenzen mit signifikantem Unterschied. (Quelle: www.unizh.ch/phar/sleep/handy/)

 

Borbely, Huber, Graf, Fuchs, Gallmann, Achermann, Neurosci Lett. 1999 Nov 19;275(3):207-10.

Abstract bei PubMed

 

        Die Exposition gegenüber einem gepulsten Hochfrequenzfeld während des Wachseins beeinflusst das menschliche Schlaf-EEG

Kurz: Eine 30-minütige Exposition durch ein 900 MHz-Feld (217 Hz Pulsung, 87.5 % Duty Cycle, 1 W/kg) erhöhte die EEG-Spektralenergie der NREM-Phasen während des darauffolgenden 3-stündigen Tag-Schlafs.

 

EEG-Leistungsspektrum des nonREM-Schlafs nach Exposition, ausgedrückt als Verhältnis zum entsprechenden Wert bei Scheinexposition. Die schwarzen Balken markieren die Frequenzen mit signifikantem Unterschied. (Quelle: www.unizh.ch/phar/sleep/handy/)

 

Huber, Graf, Cote, Wittmann, Gallmann, Matter, Schuderer, Kuster, Borbely, Achermann, Neuroreport. 2000 Oct 20;11(15):3321-5.

Abstract bei PubMed

 

        Elektromagnetische Felder, wie die von Mobiltelefonen, verändern den regionalen Blutfluss im Gehirn und das Schlaf- und Wach-EEG

Kurz: Eine 30-minütige Bestrahlung durch ein gepulstes 900 MHz-Feld (12.5 % Duty Cycle) erhöhte die Energie im EEG während des darauffolgenden Schlafs, ein ungepulstes Feld hatte diesen Effekt nicht.

 

EEG-Leistungsspektrum des nonREM-Schlafs nach Exposition gegenüber gepulster Strahlung im Verhältnis zur Scheinexposition (Quelle: www.unizh.ch/phar/sleep/handy/)

 

Huber, Treyer, Borbely, Schuderer, Gottselig, Landolt, Werth, Berthold, Kuster, Buck, Achermann, J Sleep Res. 2002 Dec;11(4):289-95.

Abstract bei PubMed

ELMAR-Eintrag