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 Studies

Hitzeschock-Proteine

Hitzeschock-Proteine

 

 

 

 

Beurteilung in einigen Literaturstudien

 

 

        Rainer Meyer, In vitro-Studien zu biologischen Wirkungen hochfrequenter Felder aus den Jahren 1997 bis 2002, Edition Wissenschaft 20/2003:

„Die hier vorgestellten Arbeiten zur Induktion von „heat shock“-Proteinen durch HF-Felder sind insofern bemerkenswert, als hier ein Befund vorliegt, der sich unterschiedlichen Systemen zeigte. Die verschiedenen Arbeiten unterstützen sich gegenseitig. Klassische Reproduktionsstudien fehlen allerdings noch.“ (Seite 18)

 

        Cotgreave IA, Biological stress responses to radio frequency electromagnetic radiation: are mobile phones really so (heat)shocking?:

So are mobile telephones really so (heat)shocking? The possibility the RF exposure might have an effect on HSPs is currently under investigation in a number of laboratories and a primary goal of this research is to replicate and/or confirm results reported in the literature. Thus, we are absolutely not presently in a position to interpret the effects on HSPs, obtained in largely model in vitro systems, in terms of risks to human health.

Arch Biochem Biophys. 2005 Mar 1;435(1):227-40. Unterstützt durch die FGF.

 

 

 

Bemerkungen

 

 

        Am 28. und 29. April 2004 veranstaltete die „Forschungsgemeinschaft Funk“ in Zusammenarbeit mit der COST281 und der STUK in Helsinki einen Workshop zum Thema „Influence of RF Fields on the Expression of Stress Proteins.

 

        Hitzeschock-Proteine (HSP, Hsp, hsp) wirken in physiologisch normalen Situationen als Chaperone, die neu synthetisierten Proteinen „helfen“, sich korrekt zu falten. Hitzeschock-Proteine werden verstärkt aktiviert bzw. neu gebildet, wenn Zellen Hitze oder anderem (beispielsweise chemischem) Stress ausgesetzt sind, welcher in der Lage ist, Proteine zu denaturieren. In diesem Fall stabilisieren Hitzeschock-Proteine zelluläre Proteine, um sie vor Denaturierung zu schützen oder beschleunigen den Abbau nicht mehr funktionsfähiger Proteine. Hitzeschock-Proteine werden hauptsächlich nach ihrer Größe klassifiziert (z.B. werden Hitzeschockproteine einer Molekularmasse von 27kDa als Hsp27 bezeichnet).

 

        de Pomerai et al. 2003 (der vollständige Artikel ist frei erhältlich) fanden in vitro eine verstärkte Aggregation des Proteins „bovines Serumalbumin“ und die Bildung von Amyloid-Fasern bei bovinem Insulin nach HF-Bestrahlung (1.0 GHz, maximale SAR 50 mW/kg, Temperaturdifferenz <0.2°C). Daraus schließen sie, dass Hochfrequenzfelder bei Proteinen Konformationsänderungen verursachen können, die eine Ursache der zuvor bei Nematoden gefundenen Hsp-Stressreaktion sein könnten (siehe unten: Daniells et al. 1998 und de Pomerai et al. 2000).

 

        Hypothetischer Wirkungsmechanismus für Krebs (French et al. 2001): Die Hochregulation von HSPs ist eine normale Verteidigungsreaktion gegen zellulären Stress, aber eine chronische Hochregulation von HSPs kann Krebs verursachen oder beschleunigen. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass wiederholte Exposition gegenüber Handy-Strahlung möglicherweise eine chronische Hochregulation von HSPs bewirken und somit Krebs verursachen könnte.

 

        Hypothetischer Wirkungsmechanismus für Krebs/Blut-Hirn-Schranke (Leszczynski et al.): Aufgrund der in der Studie von 2002 (siehe unten) gefundenen Erhöhung in der Expression und Phosphorylierung von Hsp27 bei Endothel-Zellen wurden zwei mögliche Wirkungsmechanismen vorgeschlagen:

o       Eine Begünstigung von Krebs durch Hemmung der Apoptose und

o       Ein Einfluss auf die Verteilung und Stabilität der F-Actin-Fasern (Bestandteil des Zellskeletts), der zu einer veränderten Morphologie der Endothel-Zellen (welche die Blutgefäße innen auskleiden) und somit zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke führen könnte

In weiteren Untersuchungen konnte ein Einfluss auf das Zellskelett und die Zellmorphologie bestätigt werden: Die Actin-Filamente wurden stabilisiert, was zu einem Schrumpfen der Zellen führte (Leszczynski et al. 2004).

 

Vereinfachtes Schema der Hypothese von Leszczynski et al. Quelle: REFLEX-Schlussbericht, Seite 169

 

        Vorläufige Ergebnisse, noch nicht „wissenschaftlich publiziert“:

o       Aubineau, Töre: signifikant 60%-ig erhöhte Expression von Hsp27 bei 6 exponierten Ratten (40 min / 1.5 W/kg), verglichen mit 6 Kontrolltieren (Präsentation in Reisenburg 2003)

o       Poulletier de Gannes: neuronale Zelllinie, keine Effekte auf Hsp70-Expression bei mehreren Zelllinien; Leszczynski-Replikation: tendenziell erhöhte Hsp27-Expression (um 26%, statistisch nicht signifikant) in EA.hy926-Zellen nach einstündiger Exposition (900 MHz, 2 W/kg), weitere Experimente werden durchgeführt (Präsentation in Helsinki 2004)

 

 

 

Originalstudien

 

 

       Wirkung von Hochfrequenz-Befeldung auf die mRNA-Expression in kultivierten Nager-Zellen

 

Kurz: Kein Effekt einer 2450 MHz-Bestrahlung (SAR 103.5 +/- 4.2 W/kg) auf die Messenger RNA (mRNA) für Hitzeschock-Proteine.

 

Parker JE, Kiel JL, Winters WD, Physiol Chem Phys Med NMR. 1988;20(2):129-34.

Abstract bei PubMed

 

       Stress-Proteine werden nicht in Säugetier-Zellen induziert, die bei Hochfrequenz- oder Mikrowellen-Befeldung exponiert wurden

 

Kurz: HeLa-Zellen wurden mit 27 oder 2450 MHz (unmoduliert) bei einer SAR von 25 W/kg 2 h lang bestrahlt, CHO-Zellen mit 27 MHz bei 100 W/kg. 24 h nach der Exposition wurde die Expression von Stress-Proteinen untersucht und keine signifikanten Unterschiede gefunden.

 

Anmerkung: Kritik von Leszczynski et al. 2002: die Proteine wurden lediglich nach Molekularmasse unterschieden, somit bleibt die tatsächliche Identität der als Stressproteine gewerteten Proteine unklar.

 

Cleary SF, Cao G, Liu LM, Egle PM, Shelton KR, Bioelectromagnetics. 1997;18(7):499-505.

Abstract bei PubMed

 

       Wirkung einer GSM-Mikrowellen-Exposition auf die genomische Reaktion im Gehirn der Ratte

 

Kurz: Ratten wurden 4 Stunden lang 900-MHz-Strahlung bei SARs von 0.3, 1.5 oder 7.5 W/kg ausgesetzt. Nur bei 7.5 W/kg gab es eine Induktion der HSP-mRNA, die Expression des Proteins war nicht erhöht. 7 Tage nach der Bestrahlung wurden keine Unterschiede zwischen Expositions- und Kontrollgruppe festgestellt.

 

Finanzierung: Motorola

 

Fritze K, Wiessner C, Kuster N, Sommer C, Gass P, Hermann DM, Kiessling M, Hossmann KA, Neuroscience. 1997 Dec;81(3):627-39.

Abstract bei PubMed

 

        Transgene Nematoden als Biomonitore für Mikrowellen-induzierten Stress

 

Kurz: Für diese Untersuchung wurden transgene Nematoden (Fadenwürmer, Caenorhabditis elegans) verwendet, bei denen der Hsp16-Promotor mit einem anderen Gen („Reportergen“) gekoppelt ist, welches ein leichter als Hsp16 selbst nachzuweisendes Protein (β-Galactosidase) codiert. Wenn das Hitzeschock-Protein gebildet wird, wird auch das leichter nachzuweisende Protein gebildet, so dass das Hitzeschock-Protein leicht indirekt nachweisbar wird. Die Experimente wurden bei einer Temperatur von 25°C durchgeführt, 3°C unterhalb der Schwelle zur thermischen Aktivierung des Hsp16. Die Nematoden wurden verschiedenen Expositionsbedingungen (Frequenz: 300 oder 750 MHz; Nominalleistungen der TEM-Zelle: 125, 250 oder 500 mW; Dauer: 2, 4, 8 oder 16 h) ausgesetzt. Nach 2 h und 16 h, nicht nach 4 und 8 h Expositionsdauer, wurde eine erhöhte β-Galactosidase-Aktivität beobachtet, d.h. es trat eine erhöhte Hsp16-Expression auf.

 

Finanzierung: Ministry of Defence

 

Daniells C, Duce I, Thomas D, Sewell P, Tattersall J, de Pomerai D, Mutat Res. 1998 Mar 13;399(1):55-64.

Abstract bei PubMed

 

        Nichtthermische Hitzeschock-Reaktion auf Mikrowellen / Mikrowellen-Befeldung induziert eine Hitzeschock-Reaktion und verstärkt das Wachstum in der Nematode Caenorhabditis elegans

 

Kurz: Wie bei Daniells et al. 1998 (siehe oben) wurden transgene Nematoden einem elektromagnetischen Feld der Frequenz 750 MHz ausgesetzt. Die SAR bei 500 mW Nominalleistung der TEM-Zelle wurde mit 1 mW/kg geschätzt. Eine spätere Simulation durch Motorola (siehe Präsentationen) lieferte eine durchschnittliche SAR von 4 mW/kg und einen Maximalwert von 50 mW/kg. Nach 18-stündiger Mikrowellenexposition zeigten die Fadenwürmer schon ab Temperaturen von 24.5°C eine Hitzeschock-Reaktion, wie sie erst bei etwa 3°C höheren Temperaturen thermisch ausgelöst wird (siehe Abbildung). Messungen zeigten jedoch keine erhöhte Temperatur in den exponierten Kulturen. Neben der Hitzeschock-Reaktion wurde auch eine Wachstumsstimulation durch die Bestrahlung beobachtet.

 

 

β-Galactosidase-Aktivität (als Indikator für Hsp16; Hochachse, relativ zu 15°C-Kontrollen, in Prozent) bei abgeschirmten Kontrollen (blau) und exponierten Nematoden (rot) in Abhängigkeit der Temperatur (Rechtswertachse, in °C). Quelle: Präsentation von D. de Pomerai in London 2002.

 

Anmerkungen: Auf der Tagung in Helsinki 2004 berichtete Dr. de Pomerai, bei genaueren Untersuchungen sei eine Temperaturerhöhung aufgrund von „Power Loss“ in TEM-Zelle festgestellt worden. Durch Modifikationen konnte die Temperaturerhöhung einer 2-stündigen Exposition von 0.15°C auf 0.07°C verringert werden. Danach wurden einige Effekte nicht mehr beobachtet. Da ein Temperaturunterschied von weniger als 0.1°C keine Hitzeschock-Reaktion auslösen kann, vermutet Dr. de Pomerai, dass Mikrowellen synergistisch mit Wärme wirken könnten.

 

Finanzierung: Defence Evaluation and Research Agency; Wellcome Trust

 

de Pomerai D, Daniells C, David H, Allan J, Duce I, Mutwakil M, Thomas D, Sewell P, Tattersall J, Jones D, Candido P, Nature. 2000 May 25;405(6785):417-8.

Abstract bei PubMed

de Pomerai D, Daniells C, David H, Allan J, Duce I, Mutwakil M, Thomas D, Sewell P, Tattersall J, Jones D, Candido P, IEEE Trans Microwave Theory Tech. 2000;48(11):2076-81

Präsentation London 2002 (pdf, 1.1MB)

Präsentation Helsinki 2004 (pdf, 850kB)

 

        Veränderungen zellulärer Proteine aufgrund nichtionisierender Strahlung. I. Hitzeschock-Proteine

 

Kurz: Menschliche Amnion-Zellen wurden 20 min lang mit einem 960 MHz-Feld bei einer SAR von 2.1 mW/kg und Temperaturen von 35, 37 oder 40 °C befeldet. Bei Temperaturen von 35 und 37 °C trat eine erhöhte Expression von Hsp70 auf. Hsp27 war unverändert.

 

Kwee S, Raskmark P, Velizarov S, Electro- and Magnetobiology 2001;20(2):141-152.

Abstract

Präsentation Helsinki 2004 (pdf, 210kB)

 

        Nichtthermische Aktivierung des hsp27/p38MAPK-Stress-Wegs durch Handy-Befeldung in menschlichen Endothel-Zellen: Molekulare Mechanismen für Krebs- und Blut-Hirn-Schranken-Wirkungen

 

Kurz: Kulturen der Endothel-Zelllinie EA.hy926 wurden mit einem 900 MHz GSM-Signal bei einer durchschnittlichen SAR von 2 W/kg (Temperaturänderung <0.3°C) 1 h lang befeldet. Danach war die Anzahl der phosphorylierten Proteine von 110 in der scheinbestrahlten Kultur auf 372 in der bestrahlten Kultur erhöht. Eines der Proteine mit veränderter Phosphorylierung wurde als das Hitzeschock-Protein 27 identifiziert (Phosphorylierung 3- bis 4-fach erhöht). Zusätzlich war auch die Expression des Hsp27 unmittelbar nach der Exposition um etwa 50% höher. Aufgrund dieser Ergebnisse wurden zwei Hypothesen über mögliche Folgewirkungen aufgestellt (siehe oben, „Bemerkungen“).

 

Anmerkungen: In weiteren Untersuchungen wurden auch Einflüsse auf Actin-Stressfasern gefunden.

 

 

Hsp27 (rot) und Stressfasern (grün), Quelle: Präsentation von D. Leszczynski in London 2002.

 

Finanzierung: TEKES; REFLEX

 

Leszczynski D, Joenvaara S, Reivinen J, Kuokka R, Differentiation. 2002 May;70(2-3):120-9.

Abstract bei PubMed

Präsentation Helsinki 2004 (pdf, 3.1MB)

 

        Mikrowellen-Exposition induziert Hsp70 und verleiht einen Schutz vor Hypoxie in Hühner-Embryos

 

Kurz: Hühnerembryonen wurden mit einem 915 MHz-Feld bei SARs von 1.75 bzw. 2.5 W/kg (Eingangsleistungen 3.5 bzw. 5 W) 30 min lang bestrahlt. Bei 2.5 W/kg kam es zu einer Erwärmung um etwa 1.5 °C, die gemessene Endtemperatur überstieg 38.8°C nicht. Nach Exposition bei 2.5 W/kg SAR wurde eine im Mittel um 30% erhöhte Hsp70-Expression beobachtet, obwohl es nach 30-minütiger Erwärmung auf 39°C zu keiner erhöhten Hsp70-Expression kam. Daneben hatten die exponierten Embryonen (1.75 und 2.5 W/kg) nach vorübergehender Hypoxie (Sauerstoffentzug) eine höhere Überlebensrate als die nichtexponierten Kontrollen. War das Hochfrequenzfeld mit einem niederfrequenten Rauschen (20 μT) überlagert, wurde kein Effekt mehr auf die Überlebensrate beobachtet.

 

Finanzierung: EMX Corporation; McGowan Charitable Foundation;

 

Shallom JM, Di Carlo AL, Ko D, Penafiel LM, Nakai A, Litovitz TA, J Cell Biochem. 2002;86(3):490-6.

Abstract bei PubMed

Vollständiger Artikel

 

       Befeldung mit 2.45 GHz induziert Hsp70 in menschlichen MO54-Gliom-Zellen bei hohen SARs von mehr als 20 W/kg, aber nicht bei 5 W/kg

 

Kurz: Die SARs betrugen 5, 20, 50 oder 100 W/kg bei Expositionsdauern von 2, 4, 8 oder 16 h. Außer bei 5 W/kg nahm die Hsp70-Expression mit längerer Expositionsdauer zu.

 

Tian F, Nakahara T, Wake K, Taki M, Miyakoshi J, Int J Radiat Biol. 2002 May;78(5):433-40.

Abstract bei PubMed

 

       Biologische Dosimetrie der Kernspintomographie

 

Kurz: In einem Kernspintomographen treten drei Arten von Feldern auf, die in dieser Studie getrennt untersucht wurden: ein statisches Magnetfeld, magnetische Gradientenfelder und gepulste Hochfrequenzfelder. Im Hochfrequenz-Teil der Untersuchung wurden L-132-Zellen (aus menschlichem Embryo-Lungengewebe) dem HF-Feld eines Kernspintomographen (64 MHz, 170 W, keine SAR angegeben) 17.2 min lang ausgesetzt. Die Bestimmung der mRNA-Expression (Hsp27 und Hsp70) erfolgte 30 bzw. 60 min, die der Hsp27- und Hsp70-Expression erfolgte 1, 2 und 4 h nach Ende der Exposition. Weder auf auf die mRNA- noch auf die Hsp-Expression wurde ein signifikanter Einfluss gefunden, allerdings wurde eine Erhöhung der Calcium-Konzentration im Cytosol um 18% und eine verminderte Lebensfähigkeit der Zellen beobachtet.

 

Finanzierung: Fundación de la Asociación Espanola contra el Cáncer; Plan Regional de Investigación de la Comunidad de Madrid (II-, and III-PRICIT);

 

Guisasola C, Desco M, Millan O, Villanueva FJ, Garcia-Barreno P, J Magn Reson Imaging. 2002 May;15(5):584-90.

Abstract bei PubMed

 

        Wirkungen von Handy-Strahlung auf die Reproduktion und Entwicklung bei Drosophila melanogaster

 

Kurz: Drosophila-Fruchtfliegen wurden an 10 aufeinanderfolgenden Tagen je 2-mal 60 min lang mit einem Handy (1900 MHz, 1 W) bestrahlt. Unter Anderem wurden eine erhöhte Fortpflanzungsrate und eine 3.6-fach erhöhte Hsp70-Expression beobachtet.

 

Finanzierung: Robert I. Goodman Fund

 

Weisbrot D, Lin H, Ye L, Blank M, Goodman R, J Cell Biochem. 2003 May 1;89(1):48-55.

Abstract bei PubMed

Präsentation Helsinki 2004 (pdf, 870kB)

 

       Wirkung von 900 MHz elektromagnetischen Feldern auf die nichtthermische Induktion von Hitzeschock-Proteinen in menschlichen Leukozyten

 

Kurz: Menschliche Leukozyten wurden mit unmodulierter oder mit GSM-modulierter 900 MHz-Strahlung bei verschiedenen SARs (0.4, 2.0 oder 3.5 W/kg) und unterschiedlich lange (20 min, 1 h oder 2 h) befeldet. Es wurde kein Einfluss auf die Hitzeschock-Proteine gefunden.

 

Lim HB, Cook GG, Barker AT, Coulton LA, Radiat Res. 2005 Jan;163(1):45-52.

Abstract bei PubMed

 

       Wirkungen einer 1950 MHz Hochfrequenz-Befeldung auf die Expression von HSP70 und HSP27 in humanen Gliom-Zellen

 

Kurz: MO54-Zellen wurden 10, 30 min, 1 oder 2 h lang einem unmodulierten 1950 MHz-Feld bei SARs von 1, 2 oder 10 W/kg ausgesetzt. Einziger beobachteter Effekt war eine Verminderung der Hsp27-Phosphorylierung bei 10 W/kg SAR, die sowohl bei 1 h als auch bei 2 h Expositionsdauer auftrat. Kein Einfluss wurde bei Hsp70 gefunden.

 

Finanzierung: NTT DoCoMo, Inc., Japan; Japan Society for the Promotion of Science

 

Miyakoshi J, Takemasa K, Takashima Y, Ding GR, Hirose H, Koyama S, Bioelectromagnetics. 2005 May;26(4):251-7.

Abstract bei PubMed

Präsentation Helsinki 2004 (pdf, 1.1MB)

 

        Elektromagnetische Felder im Frequenzbereich des Mobilfunks induzieren Zelltod und Deaktivierung des Multichaperone Komplexes bei menschlichen Krebszellen der Epidermis

 

Kurz: Menschliche Krebszellen wurden 1, 2 oder 3 h lang einem 1.95 GHz-Feld bei einer über 1g gemittelten SAR von 3.6 ± 0.2 W/kg ausgesetzt, die Temperatur wurde bei 37°C konstant gehalten. Neben einer erhöhten Apoptoserate wurden auch Veränderungen der Hitzeschock-Proteine beobachtet: Die Hsp27- und Hsp70-Expressionen waren erhöht (3.5-fach bei Hsp27), die Hsp90-Expression war vermindert (5-fach nach 3-stündiger Befeldung).

 

Finanzierung: Italian Minister for Research; Italian Ministry of Health;

 

Caraglia M, Marra M, Mancinelli F, D'ambrosio G, Massa R, Giordano A, Budillon A, Abbruzzese A, Bismuto E, J Cell Physiol. 2005 Aug;204(2):539-48.

Abstract bei PubMed