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Beitrag im Forum Allgemeines Forum


Datum: 03.11.08 17:14
Autor: Autor
Subject: FMK: Dr. Oberfeld zieht Krebsstudie zurück
Utl.: Bestätigung: Keine C-Netz-Anlage in Hausmannstätten

Wien - "Die gerichtliche Einigung und das Einsehen von Dr.
Oberfeld, dass es keine C-Netz-Anlage in Hausmannstätten gegeben hat,
ist wichtig", erklärt FMK-Geschäftsführer Maximilian Maier anlässlich
der heutigen Einigung. Der auf Wunsch von Dr. Oberfeld heute
geschlossene gerichtliche Vergleich zur Klage vor dem Landesgericht
Salzburg zur Krebsstudie zeigt, dass es seitens mobilkom austria nur
um die Klärung der Frage und den wissenschaftlichen Anspruch ging.
"Mit dem Eingeständnis ist im Sinne der Sache alles geklärt und es
wird einer Mythenbildung vorgebaut. Diese Krebsstudie ist falsch und
darüber müssen alle Betroffenen raschest informiert werden, um
weitere Aufregungen und Schäden zu vermeiden."

Der Salzburger Umweltmediziner und Referent der österreichischen
Ärztekammer, Dr. Gerd Oberfeld, hatte in einer Studie im Auftrag des
Gesundheitsressorts des Landes Steiermark ein signifikant erhöhtes
Krebsrisiko im Umkreis von 200 Metern durch eine Mobilfunkanlage
(C-Netz) im Raum Vasoldsberg/Hausmannstätten im Zeitraum zwischen
1984 und 1997 festgestellt. Allerdings: An diesem Standort gab es nie
eine C-Netz-Anlage und bis 1994 überhaupt keine Mobilfunkstation. Die
österreichischen Mobilfunkbetreiber, die sich alle mit der Klage
solidarisch gezeigt haben, knüpfen an das Einlenken des Studienautors
auch die Hoffnung nach "einer Versachlichung der Diskussion und der
Umsetzung von Leitlinien für gute Forschungspraxis in Österreich."

Klage war unausweichlich geworden: Grundlage wissenschaftlichen
Arbeitens nicht eingehalten

Nachdem sich Dr. Oberfeld geweigert hatte, die - durch
Luftbildaufnahmen, Zeitzeugen, Bestätigung durch das
Verkehrsministerium, Wählamtsmappe, Aufzeichnungen der
C-Netz-Standorte - eindeutige belegteTatsache zur Kenntnis zu
nehmen, dass es keine C-Netz-Station in Hausmannstätten gab und somit
der Grundlage seiner Untersuchung nicht gegeben war, blieb kein
anderer Weg als die Klage. "Diese Entscheidung wurde sehr lange
überlegt und gut abgewogen. Wissenschaft darf (fast) alles, nur nicht
frei von Fakten sein. Denn das hieße die wissenschaftliche Basis zu
verlassen und der Willkür Tür und Tor zu öffnen. Hier wurde eine
Grenze überschritten, denn der Ausgangspunkt der Studie waren
konkrete Schicksale von Bewohnern Hausmannstättens. Diesen Menschen
wurde mittels einer Studie glaubhaft gemacht, dass die Ursache für
ihre Krebsfälle und ihr Leid ausgeforscht wurde," erinnert Maier an
die Beweggründe für die eingereichte Klage. "Das ist gefährlich und
widerspricht der objektiv gebotenen Sorgfaltspflicht, die Dr.
Oberfeld auch als Arzt und Vertreter des österreichischen
Gesundheitswesens hat", kritisiert Maier.

Negative Folgen für Wissenschaftsstandort Österreich sind abzuwenden

"Der Schaden ist leider schon angerichtet und der
Wissenschaftsstandort Österreich international ordentlich ramponiert
worden. Jetzt geht es um Schadensbegrenzung", nimmt Maier diese Causa
auch stellvertretend für die Situation rund um die österreichische
Mobilfunk-Wissenschaft zum Anlass der Kritik und fügt hinzu: "Es darf
schon die Frage gestellt werden, warum sich die negativen und
dubiosen Vorgänge in der österreichischen Forschungslandschaft auf
Mobilfunk konzentrieren?" Maier sieht in der Causa auch eine Chance,
"wenn "ähnlich wie beim damaligen Weinskandal, die richtigen Schlüsse
gezogen werden." Es dürfe nichts unter den Teppich gekehrt werden.
Die Reputation der österreichischen Wissenschaft und das Vertrauen in
das österreichische Gesundheitswesen stehe auf dem Spiel.

Mobilfunk-Dialog der Zukunft starten

Vielmehr gelte es gemeinsam hohe wissenschaftliche
Qualitäts-Maßstäbe und Rahmenbedingungen zu setzen, die solche
Arbeiten und Vorgehensweise einschränken und auch wieder eine
Vertrauensbasis für die österreichische Wissenschaft schaffen helfen.
Maier sieht das gemeinsame Ziel in der Erstellung von Leitlinien für
gute Forschungspraxis (z.B.: unabhängige Wiederholbarkeit,
statistische Belastbarkeit, Ausschluss von Co-Faktoren; Arbeiten
müssen wissenschaftlicher Überprüfung standhalten; Messungen durch in
Österreich akkreditierte Mess- und Prüfinstitute; Beurteilung des
gesamten wissenschaftlichen Kenntnisstandes; interdisziplinäre
(fächerübergreifende) Forschung und genaue Überprüfung des Einsatzes
von Steuergeldern für Forschungsarbeiten). "Gelänge es diese
Richtlinien zu etablieren, dann könnte die sogenannte Spreu vom
Weizen getrennt und der Startschuss für eine sachlichere
Mobilfunk-Diskussion gegeben werden", zeigt sich Maier überzeugt von
der Notwendigkeit eines solchen Regelwerkes und kündigt an, "in den
nächsten Wochen und Monaten auf die zuständigen Gremien zuzugehen und
den Mobilfunk-Dialog der Zukunft zu intensivieren."

Forum Mobilkommunikation

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allen Fragen zu Mobilkommunikation und der Mobilfunk-Infrastruktur.
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Link:
Zur Chronologie "Krebsstudie Dr. Oberfeld"
http://www.fmk.at/content.php?id=366&m_id=366

Rückfragehinweis:


Michael Buchner, Pressesprecher
FMK - Forum Mobilkommunikation
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Mobil: + 43 664 619 25 12
Tel: + 43 1 588 39 - 15
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